> Wahrscheinlich kennt jeder von Ihnen mindestens eine Person im Veedel, die großartige Geschichten von früher erzählen und berichten könnte.

Für Geschichtenerzähler

Och, wat wor dat fröher schön doch in...

Zeitzeugen erinnern sich

Wie war das Leben denn früher, etwa vor einigen Jahrzehnten, so im Veedel? Welche Geschäfte gab es (die vielleicht noch heute existieren)? Wie war der Zusammenhalt unter den Nachbarn früher im Vergleich zu heute? Was war besser, was war schlechter?

Unter diesem Verweis soll genau diesen Personen ein Gesicht gegeben werden, die hierüber berichten könnten. Anhand ihrer persönlichen Erlebnisse, Geschichten und Erfahrungen sind sie geradezu prädestiniert, in den Blickpunkt gestellt zu werden und aus „ihrem“ Veedel zu berichten.

Gerne geben wir auch ein Thema vor, zu dem sich Personen melden sowie von Nachbarn oder Bekannten vorgeschlagen werden können. Schicken Sie uns eine Nachricht (s. „Impressum“), und wir nehmen gerne Kontakt auf!

Im Gespräch mit Hans-Werner Bartsch

Holweide immer treu geblieben

Die Biografie von Hans-Werner Bartsch kann unzweifelhaft mit Begriffen wie „vielfältig“ und „abwechslungsreich“ beschrieben werden. Neben seiner beruflichen Tätigkeit, die ihn nach dem Studium der Produktionstechnik an der Rheinischen Ingenieurschule in Köln und Wehrdienst im Jahr 1978 zur Rheinbraun AG ins Arbeitsfeld des Immissionsschutzes brachte und wo er unter anderem an Methoden zur Berechnung der Schallausbreitung arbeitete, wirkte der heute 74-Jährige auch im Stadtrat (1999-2020) sowie von 2009 bis 2020 zudem als ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Köln.
Während somit seine Aufgabenfelder für Dynamik und Aktionismus stehen, legt Bartsch indes großen Wert auf Konstanz im heimischen Umfeld. Kaum verwunderlich, dass er seinem Stadtteil Holweide, in dem er seit 1974 zu Hause ist, stets treu geblieben ist. Und nicht nur das: Für ihn war es darüber hinaus ein Anliegen, sich fürs Veedel zu engagieren und einzusetzen. Beginnend im Pfarrgemeinderat und Festausschuss von St. Anno führte ihn sein Weg schon bald zum Förderverein Holweide e.V., dessen Vorsitz er 1994 übernahm. Seinem Einsatz geschuldet, stieg schon bald die Mitgliederzahl; auch elementare Projekte konnten angeschoben und realisiert werden. Erwähnenswert ist insbesondere das Holweider Straßenfest, das als Weiterentwicklung der Holweider Kirmes ins Leben gerufen wurde. Hierfür gelang Hans-Werner Bartsch sogar das eigentlich Unmögliche, die Bergisch Gladbacher Straße, mit heute rund 32.000 täglichen Fahrzeugbewegungen das Verkehrsnadelöhr des Stadtteils, für zwei Tage sperren zu lassen. „In seiner Hoch-Zeit war das Straßenfest rund 600 Meter lang und reichte von der Kirche St. Mariä Himmelfahrt bis zur Schwabstraße. Viele Besucher lobten den besonderen Charakter des Festes, sich gefahrlos auf der sonst so belebten Straße bewegen und gemeinsam feiern zu können“, erinnert sich der zweifache Familienvater.
Mit Blick auf den heutigen Status quo der Straße kommt Hans-Werner Bartsch indes auch ins Grübeln. „Im Vergleich zu früher gibt es aktuell leider nur noch wenige Gaststuben mit gutbürgerlicher Küche und Firmen, die das Veedel aufwerten. Auch der Leerstand hat leider zugenommen.“ Hinsichtlich der Verkehrsdichte auf der belebtesten Straße in Holweide gibt er sich keinen Illusionen hin. „Der Verkehr, der auch schon vor mehreren Jahrzehnten immens war, wird nicht abnehmen, so lange nicht ein vollständig neues Verkehrskonzept entwickelt wird, das den Hauptstrom um Holweide hinweg führt.“ Die sonstige Verkehrsanbindung sieht er jedoch positiv. „Wer in Holweide wohnt, kommt überall gut hin. Straßenbahn- und Bushaltestellen existieren in guter Anzahl, und auch die Autobahn ist nicht weit weg.“ Darüber hinaus gebe es herrliche Landschaften (zum Beispiel rund um die Isenburg), in denen die Bürger Ruhe und Erholung finden können.
Dem ehemaligen Bürgermeister, dessen Hartnäckigkeit Holweide auch die Initiierung des Marktplatzes im Jahre 2008 als Mittelpunkt des Veedels zu verdanken hat, war auch die Unterstützung verschiedener Vereine und Gruppen im Stadtteil seit jeher ein besonderes Anliegen. Auch dafür ist er auf karnevalistischen Veranstaltungen oder sonstigen Festen bis heute stets ein gern gesehener Gast.
Natürlich habe sich Holweide im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gewandelt und sein Äußeres an vielen Ecken und Plätzen verändert, räumt Bartsch ein. „Es hat sich aber seine Attraktivität bewahrt, denn Holweide ist natürlich mehr als die oft laute und zugestopfte Bergisch Gladbacher Straße. Es ist wirklich ein toller Stadtteil. Ich lebe hier sehr gerne.“

 

Kennen Sie auch jemanden, der etwas über seine/ihre Historie im Veedel berichten könnte? Oder möchten Sie selbst zu Wort kommen? Dann melden Sie sich gerne unter unserer E-Mail-Adresse info@veedellieben.de. Wir nehmen dann Kontakt mit Ihnen auf!