Wissenswertes über Braunsfeld
Die meisten Kölner werden den Kölner Stadtteil Braunsfeld kennen – und sei es auch „nur“ vom Hindurchfahren, etwa auf dem Weg zum Müngersdorfer Stadion für den Besuch eines Fußballspiels oder Konzerts. Dann hat derjenige aber etwas verpasst, denn Braunsfeld hat zweifellos seinen Charme und lädt trotz seiner überschaubaren Fläche zum Verweilen ein.
Bezüglich des Stadtbezirks gehört Braunsfeld zum Bezirk Lindenthal, dessen gleichnamiger Stadtteil im Süden und Osten (u.a. mit dem Tierpark) angrenzt. Westlich schließt Müngersdorf (mit dem erwähnten Stadion) an; fährt man Richtung Norden, gelangt man nach Ehrenfeld.
Hier einige historische Fakten: Die durch Braunsfeld führende Aachener Straße war früher eine der römischen Hauptverbindungsstraßen, welche von Köln über Jülich, Maastricht und Tongeren in Belgien bis zur Kanalküste in Boulogne-sur-Mer führte. 1862 erwarb der Kölner Fuhrunternehmer Ferdinand Braun große Ländereien im Gebiet des heutigen Melaten-Friedhofs, um dort eine Ziegelei für die Bedürfnisse der schnell wachsenden Stadt Köln und ihrer Vororte zu errichten. Die dafür erforderlichen Arbeiter wurden in neu errichteten Siedlungshäusern in der Nähe angesiedelt. Da die Grundstücke ebenfalls auf den Feldern lagen, welche Braun gehörten, sagten die Arbeiter, sie wohnten auf Brauns Feld. Somit wäre auch der heutige Name des Stadtteils geklärt, der 1888 in die Stadt Köln eingemeindet wurde.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Garten einer Bankiersvilla zum öffentlichen Park, dem Stadtwald, umgewandelt. Rund um diesen Park entstand eine Villensiedlung, deren nördlicher Teil zum Stadtteil Braunsfeld gehört. Westlich und nördlich des Melatenfriedhofs entstand in den folgenden Jahrzehnten eine gemischte Bebauung mit zahlreichen kleineren Industrie- und Gewerbebetrieben, während sich entlang der Aachener Straße und südlich davon überwiegend Wohnhäuser befinden. Und noch eine, eher traurige Anekdote: Am 5. September 1977 wurde in Braunsfeld in der Vincenz-Statz-Straße der Manager Hanns Martin Schleyer von der „Rote Armee Fraktion“ entführt, wobei seine vier Begleiter von den Terroristen getötet wurden.
Braunsfeld wurde und wird auch gerne von Unternehmen als Standort gewählt. Hier befand sich nicht nur der Stammsitz der Marke Afri Cola, sondern auch die Zentrale des Schallplattenkonzerns EMI Electrola. Die KVB hat hier einen ihrer Straßenbahn-Betriebshöfe und den Sitz ihrer Hauptverwaltung. Für kleinere Betriebe aus dem Hochtechnologiebereich wurde in den 1990er Jahren der Technologiepark Braunsfeld eingerichtet.
Hauptmerkmal des Veedels und schon von weitem sichtbar ist die 1951 eingeweihte evangelische Clarenbach-Kirche, die nach Adolf Clarenbach benannt ist, der wegen seines gescheiterten Versuchs, in der Stadt Köln die Reformation einzuführen, 1529 auf Melaten hingerichtet wurde. Der katholische „Gegenentwurf“ ist die in den 50er Jahren erbaute Kirche St. Joseph.
Sogar einige prominente Menschen hatten einen Bezug zu Braunsfeld, die hier entweder gelebt hatten oder tätig waren. Erwähnt seien etwa der Neurologe und Psychiater Rudolf Ackermann, Erzbischof Josef Frings (von 1924 bis 1937 Pfarrer an St. Joseph), Schokoladen-Fabrikant Hans Imhoff oder der FDP-Politiker Guido Westerwelle.
Man sieht: Braunsfeld ist deutlich mehr als eine Durchfahrt von drei Haltestellen mit der Straßenbahn. Daher einfach mal aussteigen und gerne einen Rundgang durchs Veedel machen. Zur Entspannung laden dann Geschäfte und Gastronomie zur Einkehr ein.
(mit Unterstützung von „Wikipedia“)