> Was wäre ein Veedel ohne einen Sportplatz? Es würde wohl einiges fehlen. Auch die kleinsten Stadtteile besitzen einen, und häufig ist er beliebter Anlaufpunkt – natürlich in erster Linie für alle Sporttreibenden, aber auch für Festivitäten und andere gemütliche Zusammenkünfte. In dieser Rubrik möchten wir Ihnen nun in unregelmäßigen Abständen Kölner Sportplätze vorstellen und Ihnen mehr Hintergründe über die dort beheimateten Vereine, das Ambiente wie auch über Möglichkeiten, Sport zu treiben, für Hobbysportler und/oder für Sportgruppen präsentieren. Wie bei den anderen Rubriken sind auch die Sportplätze nach den Himmelsrichtungen orientiert. Gerne nehmen wir auch Vorschläge oder Wünsche und selbstverständlich auch ergänzende Informationen entgegen. Texte und Fotos: Redaktionsbüro Holger Hoeck (hoeck@redaktion-hoeck.de)

Kölner Norden

Franz-Schlösser-Sportanlage

An der Friedrich-Karl-Straße und gegenüber einer Tankstelle (was den Einkauf von Getränken und Snacks zu den Spielen je nach Geschmack erleichtert) liegt die Franz-Schlösser-Sportanlage, Heimstätte von Spiel und Sport (kurz: SuS) Nippes 1912. Der Sportplatz ist perfekt ins Veedel eingebunden, da sich neben der Tankstelle ein Hochhaus (mit Dom-Silhouette an einer Hauswand) befindet, von dessen Balkonen die Spiele der Jugend- und Seniorenteams (einschließlich Frauen) verfolgt werden können. Auf der anderen Seite fährt die Straßenbahn-Linie 13 regelmäßig vorbei, und auch Grünanlagen des Stadtteils sind nicht weit entfernt.
Seit einigen Jahren können die Mannschaften endlich auf Kunstrasen spielen und sich in modernen Umkleiden umziehen. Für beides hat der Verein jahrelang gekämpft, bis das Sportamt dem Begehren nachgab und die Wünsche des Vorstands einschließlich des Vorsitzenden Toni Bloch (der sogar auf der Sportanlage im ersten Stock des 1965 erbauten Vereinsgebäudes wohnt) erfüllte.
Gegründet wurde der Verein im Mai 1912 als „Preußen 12“; nach dem ersten Weltkrieg wurde er zur „Spielvereinigung 1912“, bevor er schließlich 1921 seinen bis heute gültigen Namen erhielt. Nach mehreren Umzügen, u.a. wurde zwischenzeitlich auf einem Gelände im „Nippeser Tälchen“ gespielt, zog der Klub 1939 auf den Betriebssportplatz der damaligen Firma Gummi Plaat an der Friedrich-Karl-Straße 100, der heutigen Adresse. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs trafen sich die Überlebenden im „Weinhaus Theis“ an der Nordstraße 68, ließen den Spielbetrieb wieder aufleben und stellten den Sportplatz wieder her. 1961erwarb die Stadt Köln das Gelände an der Friedrich-Karl-Straße, wodurch der Verein endgültig an seinem längst anvertrauten Platz, der im Februar 1968 in „Frau-Schlösser-Sportanlage“ umbenannt wurde, bleiben konnte.

Kölner Osten

Sportplatz „Lustheider Straße“

Wenn man von „echten“ Veedelsvereinen sprechen möchte, kommt niemand am Sportplatz des SSV Vingst 05 vorbei. Dabei sind es nicht nur die benachbarten Schulen, die die Parkplatzsuche für Sportplatzbesucher erschweren. Vielmehr sind es die zahlreichen Wohnhäuser, die zu einer Knappheit von Stellplätzen führen. Nur wer Glück hat, kann vielleicht einen der wenigen Parkplätze direkt am Clubheim ergattern, doch zumeist sind diese von Spielern, Schiedsrichtern oder Vereinsaktiven bereits belegt. Doch Büdchen in der Nähe und Lehranstalten zeugen davon, dass der Verein unbedingt zum Veedel gehört.
Vieles hat sich geändert am Sportplatz an der Lustheider Straße. Früher ein von Heim- wie Gästespielern verhasster Aschenplatz, wird seit einigen Jahren auf einem modernen Kunstrasenplatz gespielt. Ganz aktuell hat der Verein eine Anzeigentafel erhalten, die nun die Zuschauer über den Spielstand informiert. Aktuell spielt die Erste nur in der Kreisliga C und hofft wieder auf bessere Zeiten.
Ein kurzer Blick in die Historie der Blau-Weißen: Am 19. November 1905 kam es zum Zusammenschluss der Fußballvereine Borussia Vingst und Concordia Vingst zum Vingster Fußballclub 05, bevor er sich zehn Jahre später in den heutigen Namen umbenannte. Größter sportlicher Erfolg war die Qualifikation für den unter den Nazis eingeführten Tschammer-Pokal (Vorläufer des DFB-Pokals) im Jahr 1936, bei dem sich die Vingster in der ersten Runde im Wiederholungsspiel gegen den Kölner CfR durchsetzen konnten, bevor sie danach nach einem 1:11 bei Wormatia Worms ausschieden. Von 1942 bis 1945 spielte der SSV erstklassig in der Gauliga Köln-Aachen. Nach Kriegsende folgten einige Spielzeiten in der Landesliga, der seinerzeit höchsten Amateurliga am Mittelrhein, bevor ein sportlicher Einbruch bis in die 2. Kreisklasse führte (1975). Danach ging es immer wieder bergauf und genauso oft wieder bergab.
Neben Fußball existiert noch eine Tennisabteilung. Zudem ist im Verein das Dartspielen zurzeit sehr stark angesagt.

Kölner Süden

Sportplatz „Unterer Komarweg“

Spaziergänger, sollte es dich an einem Sonntag zum Äußeren Grüngürtel in die Nähe des Militärrings und des Unteren Komarwegs verschlagen, so kehre gerne doch mal ein beim DJK Südwest Köln. Herrlich inmitten von Bäumen, Grünanlagen und schön angelegten Wanderwegen befindet sich die Sportanlage des Vereins. Ein gut gepflegter und gut bespielbarer Kunstrasenplatz sowie ein gemütliches Vereinsheim lassen keine Wünsche von Aktiven und Zuschauern offen, so dass einer entspannten wie sportlichen Auszeit nichts im Wege steht.
Seit den 1970er Jahren wird die Sportanlage am Unteren Komarweg/ Militärringstraße für den Fußballbetrieb genutzt, die anfangs nicht mehr als eine Wiese war. Im Jahr 1987 ersetzte die Stadt den alten Naturrasen durch einen Tennenplatz mit umlaufender 400-Meter-Bahn, doch schon bald war diese verwittert und für die moderne Leichtathletik nicht mehr geeignet. Somit verblieb der Aschenplatz für jegliche Vereinsaktivitäten. Erst 30 Jahre später, im Oktober 2016, entstand ein modernes Kunstrasenfeld und eine Beachvolleyball-Anlage, die sich beide großer Nachfrage bei den Aktiven erfreuen.
Das Kürzel „DJK“ geht auf die Deutsche Jugendkraft zurück, womit ein Bezug zur katholischen Kirche hergestellt ist. Wettkämpfe von DJK-Vereinen wurden nur untereinander ausgetragen. Die Ursprünge des DJK Südwest Köln liegen im Jahr 1920, als in der Sülzer Pfarrgemeinde St. Nikolaus die „DJK Rheinwacht“ als Turn- und Sportabteilung der katholischen Jugend gegründet wurde. Sieben Jahre später entstand in der im neuen Stadtteil Klettenberg gebildeten Pfarrei St. Bruno die „DJK Siegfriedia Klettenberg“. Fußball, Leichtathletik, Handball, Tischtennis und Wandern gehörten zum Angebot von Rheinwacht und Siegfriedia. Nach dem Krieg nahmen beide Vereine regelmäßig an Karnevalsumzügen teil, feierten gemeinsam kirchliche Feste oder veranstalteten Ausflüge in die Umgebung. So entwickelten sich langjährige Freundschaften, aus denen sich letztlich die Fusion der Klubs im Jahr 1969 entwickelte. Aktuell freut sich der Verein über mehr als 2000 Mitglieder und ein breit gefächertes Sportangebot, das insbesondere auf jüngere und weibliche Sportler attraktiv wirkt.

Kölner Westen

Josef-Sampels-Sportanlage an der Rochusstraße

Und noch ein Sportplatz, der perfekt in einen Spaziergang eingebunden werden kann, gleichwohl aber zum Veedel wie etwa der benachbarte Rochuspark gehört. Zwei Aschenplätze befanden sich an der Rochusstraße im Westen Kölns zwischen den Stadtteilen Bickendorf und Ossendorf, von denen der hintere Platz (interessanterweise der ohne Stehplatztraversen) bis Ende 2020 in einen Kunstrasenplatz in nur viereinhalb Monaten (erstaunlich zügig für die Stadt…) umgebaut wurde und inzwischen sogar eine Mini-Tribüne für eine Handvoll Zuschauer erhielt. Dieser Platz ist Heimat des DJK Roland West wie inzwischen auch für den SC Germania Ossendorf, der eigentlich auf dem erwähnten Aschenplatz mit den wenigen Stehstufen beheimatet war.  Doch wer möchte heutzutage noch auf einem Aschenplatz spielen, wenn er nicht muss..??
Der DJK bietet die Sportarten Schwimmen, Turnen, Fußball, Basketball, Judo und Goshin-Jitsu an. Seinen Schwerpunkt setzt er auf den Breiten- und Leistungssport wie auch auf außersportliche Kinder- und Jugendarbeit. Durch das Einzugsgebiet mit den Stadtteilen Bickendorf, Ossendorf, Vogelsang und Ehrenfeld ist er mit seinen Angeboten in sozialen Brennpunkten mit hohem integrativem Bedarf tätig. Nicht umsonst wurde er daher zuletzt durch den Landessportbund und die Sportjugend Nordrhein-Westfalen zum „kinderfreundlichen Sportverein“ ausgezeichnet.
Interessant: Die Vereinsgründung der DJK ist nicht schriftlich fixiert. Bei heutigen Vereinsfeiern beruft sich der Verein auf „altgediente Fachleute“, die die Gründung irgendwann zwischen 1918 und 1919 ansiedelten. Es waren junge Schlagballspieler, die sich für Training und Wettkämpfe zunächst im Blücherpark austobten, bevor ein kleiner Park am Akazienweg auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei die erste Heimstätte wurde. Die Sportmontur, von Müttern selbst genäht, bestand aus schwarzen Hosen und Hemden mit gelben Kragen, womit die Vereinsfarben geboren waren. Später wurde noch ein gelbes „R“ auf die Trikots genäht, was auf die Sportabteilung von St. Rochus hinweisen sollte. Auf Empfehlung der DJK- Verbandsführung sollte sich der Verein indes einen weltlichen Namen zulegen. Damit die Anfangsbuchstaben auf den Trikots nicht ausgetauscht werden mussten, entschied man sich nach kurzen Überlegungen für den Namen „Roland“.
Mit dem Fußball als heutigem sportlichen Aushängeschild war es bei der DJK Roland indes lange Zeit nicht weit her, und die Gründung der Abteilung erfolgte eher ungewöhnlich: Die 2. Handballmannschaft fuhr 1927 zu einer Partie in die Nähe Wuppertals. Als man beim Gegner angekommen war, stellte sich heraus, dass es sich dort um eine Fußballmannschaft handelte. Also wurde kurzerhand statt Handball eine Partie Fußball ausgetragen, die die Kölner sogar gewannen. Trotz dieses Erfolges sollte es bis zur Gründung einer eigenen Fußballabteilung noch bis 1930 dauern, als arbeitslose Mitglieder einen neuen Sportplatz errichteten. Anfang der 50er Jahre fand das Geschehen noch auf dem TVE-Platz an der Venloer Straße statt, ehe 1953 fast 100 Fußballer aller Altersklassen die Einweihung des Rolandplatzes an der Rochusstraße feiern konnten. Die erste Mannschaft, die sich aus der katholischen Jugendmannschaft der Pfarrei Dreikönigen zusammensetzte, schaffte daraufhin gleich im ersten Anlauf den Aufstieg in die 2. Kreisklasse, doch schon bald stellte sich sportlicher Misserfolg ein. Bis heute war es ein häufiges Auf und Ab. Aktuell spielt die erste Männermannschaft in der Kreisliga B.