Was wäre auch eine Stadt wie Köln ohne seine Vereine? Sie wäre zweifellos um ein Vielfaches ärmer. Denn in den Vereinen ist nicht nur Geselligkeit, sondern auch Zusammenhalt und Freundschaft zu Hause.

Zugegeben: Vielen Kölnern genügt es vollkommen, passiv am Geschehen eines Vereins teilzuhaben. So kann man etwa Fan eines Sportvereins sein, ohne selbst dort als Mitglied geführt zu werden oder als Aktiver zu trainieren. Bei Festen jeglicher Art genießt der Kölner gerne das Angebot, ohne jedoch eine intensivere Verbindung zum Veranstalter eingehen zu wollen.
Doch vielen Kölnern reicht dies nicht. Sie engagieren sich mit großer Leidenschaft für ihren Verein vor Ort oder in der Nähe, nehmen aktiv an den Vorbereitungen und Durchführungen von Aktivitäten wie Straßenfesten, Karneval oder Familientagen teil und investieren bereitwillig Zeit und Geld für „ihren“ Klub.

Es müssen dabei auch nicht unbedingt nur große und bekannte (Sport-)Vereine sein, denen Ehrenamtler gerne folgen. Auch eher „kleinere“ und unbekanntere Klubs einschließlich ihres Vereinszwecks und -ziels verdienen eine Erwähnung. Denn in jedem Verein schlägt das Herz (s)eines Veedels.

Nachfolgend möchten wir Ihnen einige Kölner Vereine vorstellen. Möchte auch Ihr Verein an dieser Stelle kostenlos erwähnt und vorgestellt werden? Dann nehmen Sie gerne mit der Redaktion Kontakt auf (s. Impressum)!

Kölner Norden

KG Blau-Weiss Alt Lunke

Köln ohne Karneval? Natürlich undenkbar! Unzählige Vereine und Gesellschaften weisen hierbei oft eine lange Historie auf. Auch die im Jahre 1936 gegründete und in Longerich ansässige Karnevalsgesellschaft „Blau-Weiss Alt Lunke“ gehört dazu. Die Idee zur Gründung wurde von einigen Herren in der Gaststätte „Pferdestall“ geboren. Ihnen schlossen sich bis zur Gründungsversammlung in kürzester Zeit noch weitere Jecke an, die sich die Pflege des Brauchtums auf ihre Fahne geschrieben hatten. In den ersten Jahren ihres Bestehens stellten entweder die Lunker oder die K.G. Grün-Gelb, die sich bald darauf auflöste, das Dreigestirn. Seit vielen Jahren übernehmen die Blau-Weißen die Organisation nebst Durchführung der „karnevalistischen Höhepunkte” in Longerich. Hierzu zählen etwa die „Feier des 11. im 11.”, der Frühschoppen, die Eröffnung des Straßenkarnevals sowie Kostümbälle an den Karnevalstagen. Höhepunkt ist natürlich der Umzug durchs Veedel am Karnevalssonntag, der von zahlreichen jecken Bürgern bejubelt wird.

Kölner Osten

St. Hubertus Schützenbruderschaft Kalk 1860 e.V.

Noch traditionsreicher als die Karnevalsvereine sind die auf das gesamte Stadtgebiet verteilten Schützenbruderschaften, deren Historie mitunter bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Eine bereits über 160-jährige Geschichte können im Kölner Osten die Kalker Hubertus-Schützen aufweisen, die ihren Ursprung ihres Schützenwesens in der früheren so genannten Bürgerwehr haben.
Die Bruderschaft legt großen Wert darauf, das negative Bild, das viele Kölner in der heutigen Zeit mit Schützenvereinen in Verbindung bringen, zu ändern. So betonen sie, dass es nicht nur bei ihnen, sondern bei allen Schützen- und Schießsportvereinen in erster Linie nicht ums Trinken geht. Darüber hinaus erlernen Interessierte und Neu-Mitglieder (auch Frauen sind herzlich willkommen) den sicheren und gefahrlosen Umgang mit einem Luftgewehr und einer Luftpistole von geschultem Aufsichtspersonal. Dies gilt selbstverständlich auch für den schießsportbegeisterten Nachwuchs. Kinder unter zwölf Jahren können das Schießen hierbei mit einem Infrarotgewehr, also ohne Munition, lernen.

Kölner Süden

Judo-Club „Mattenfüchse Köln-Südstadt e.V.“

Es sind schwierige Zeiten für Sportvereine, die sich nicht dem Volkssport Nummer Eins, dem Fußball, verschrieben haben. Folgt man den Medien oder auch den Gesprächen in Kneipen, scheint neben dem (Profi-)Fußball kein Platz für andere Sportarten in dieser Stadt zu sein.
Und doch gibt es sie, die „kleinen“ und sympathischen Vereine nebenan, die selbstverständlich ebenso in der rheinischen Metropole ihre Daseinsberechtigung haben und gerne ihren Sport ausüben. Dabei findet auch die japanische Kampfsportart Judo in den letzten Jahren immer mehr Anhänger.
Im Kölner Süden haben sich die „Mattenfüchse“ einen Namen gemacht. 1972 von Kurt Fuchs, Träger des 7. Dan, gegründet, kann der Klub seitdem auf eine erfolgreiche Arbeit zurückschauen. Rund 85 Prozent der etwa 50 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche, die regelmäßig an Turnieren auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene teilnehmen. Neben dem Training in verschiedenen Altersklassen richtet der Verein eigene Turniere, Vereinsmeisterschaften und das vom Deutschen Judo-Bund e.V. initiierte Breitensportevent „Judo-Safari“ aus. Zudem findet einmal jährlich im Sommer eine große Vereinsfreizeit statt.
Judo birgt für alle Altersstufen mehrere Vorteile. Kinder bis sechs Jahre können erste Judo-Elemente in spielerischer Form erlernen. Im Alter bis zwölf Jahre können sie dann im Wettkampf erlernte Techniken ausprobieren und ihre Koordinations- und Konditionsfähigkeit verbessern. Auch soziale Fähigkeiten einschließlich der Übung von Disziplin und Geduld werden durch das Training gezielt gefördert. Die Freude im Spiel und an der gemeinsamen Bewegung unter Freunden besitzt jedoch Priorität. Aktive ab 13 Jahren lernen schließlich das „volle Programm“, etwa Judo-Falltechniken, Judo-Würfe und Bodentechniken. Doch auch unter Heranwachsenden und Erwachsenen sollte der Spaß am Training und an der Gemeinschaft niemals zu kurz kommen.

Kölner Westen

„Kölsche Drachen“-1. Kölner Drachenbootverein e.V.

Drachenbootfahrten sind dem einen oder anderen vielleicht von diversen spaßbringenden Veranstaltungen bekannt, etwa am Fühlinger See. Offiziell an der Subbelrather Straße „zu Hause“ ist der 1. Kölner Drachenbootverein e.V.., Initiiert durch den Drachenboot-Rennen-Veranstalter Jochen Menzel aus Essen fanden sich im April 2018 rund 20 interessierte Paddler und probierten aus, ob es Spaß machen würde, gemeinsam zu trainieren. Schnell wurde aus einem Trainingstag ein zweiter und schließlich ein dritter Übungstag. Um der motivierten Gruppe mit ihren ehrgeizigen sportlichen Zielen einen angemessenen Rahmen zu geben, kam es im November 2018 schließlich zur Gründung des Vereins, der inzwischen aus einer sympathisch starken Mannschaft besteht und annähernd 40 Mitglieder zählt. Vereinsziel ist es, sowohl leistungsorientiertes Training als auch Breitensport und Spaß miteinander zu verbinden, so dass jeder bei den „Kölsche Drachen“ willkommen ist. Das Training findet auf der Ruderinsel am Fühlinger See statt. Treffpunkt ist jeweils dienstags und donnerstags um 18:00 am Bootssteg 1. Interessierte sollten vorab Kontakt zum Verein aufnehmen.